Budgetieren - wozu und wie?
Es gibt viele Argumente, mit denen Unternehmer ihre Abneigung gegenüber dem Budgetieren begründen:
- „Es kommt ja ohnehin anders, als man plant!"
- „Bei uns geht es einfach nicht!"
- „Wie soll ich wissen, wie es wird - ich bin ja kein Prophet!".
Diese Argumente mögen zutreffen, was aber spricht dafür, ein Budget zu erstellen?
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Der Fahrgast kommt zum Bahnhofsvorstand mit folgender Entdeckung: „Seit einer Stunde stehe ich auf Ihrem Bahnhof. In dieser Zeit ist kein einziger Zug pünktlich angekommen oder pünktlich abgefahren. Können Sie mir sagen, wozu Sie Fahrpläne brauchen?" „Sicher," antwortete der Beamte „damit wir wissen, um wieviel sich die Züge verspäten". | |
Die Antwort trifft den Kern der Sache - interessant ist die Abweichung. Diese zeigt uns, wo wir in Relation zum SOLL (Ziel) stehen, und - das ist das Wichtigste - sie löst Massnahmen aus.
Das Budget ist die Vorstellung von dem Punkt (Ziel), an dem ein Unternehmen bei der Vorlage vom nächsten Jahres-Abschluss realistisch sein möchte. Dies gilt für Einmann-Betriebe und grössere Unternehmen, wo das Budget auch ein Führungsinstrument darstellt.
Zahlen sind nicht nur Chefsache! Um nachhaltig erfolgreich zu sein, müssen alle Mitarbeiter, welche in irgendeiner Weise das Ergebnis beeinflussen können, an den Anstrengungen zur Erreichung des gesteckten Zieles bewusst beteiligt sein. Dazu muss das Ziel bekannt sein! Das heisst nicht, dass jeder Mitarbeiter Bilanz-Analyst sein muss. Was Umsatz ist, versteht sicher jeder!
Das Budget wird erst Recht zum Führungsinstrument, wenn es in Etappenziele (z.B. Monatsziele) aufgeteilt wird. Nicht empfehlenswert ist es, das Jahresziel linear durch 12 zu dividieren, denn der Umsatz eines Ferienmonats ist sicher anders als in Monaten mit vielen Arbeitstagen, ganz abgesehen von branchentypische Saisonalitäten.
Was budgetieren? Wichtigstes Budget-Element ist der Cash flow (Gewinn), der aus der Budgetierung von vier Parametern resultiert:
Umsatz abzgl. direkter Aufwand (Material, Fremdleistung, ...) abzgl. Personalaufwand Produktion abzgl. Verwaltungsaufwand = Cash flow
Ein weiteres sehr wichtiges Ziel betrifft die Liquidität. Das Instrument, welches diese Planung vollzieht, heisst Liquiditäts- bzw. Finanzplan und zeigt auf, ob mit den über den Jahresverlauf vorhandenen Mitteln saisonale Täler überbrückt oder beabsichtigte Investitionen aus eigenen Mitteln getätigt werden können.
Wer erstellt das Budget? Das Budget erstellt der Unternehmer bzw. Geschäftsführer. Ist Kader vorhanden, wird dieses zugezogen. Es ist eminent wichtig, alle leitenden Mitarbeiter bei der Zielsetzung einzubinden, auch wenn zuletzt der Unternehmer entscheidet.
Ein Budget zu erstellen ist nicht schwer, aber aufwändig. Vor allem, wenn man auch sonst unter dem Zeitdruck des Alltags steht, kann es ein Problem sein.
Aber auch wenn Sie Zeit haben, empfehlen wir: Ziehen Sie für das erste Mal externe Hilfe zu, welche Sie mit dem Excel-Budget vertraut macht und Ihnen gewisse Finessen und Verknüpfungen erklärt und mit Ihnen übt. Auch die Fragen eines Fremden können sehr anregend sein.
Aber Ihr Ziel muss lauten: „Nächstes mal mache ich es selber!"
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